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Auf der ganzen Welt gibt es unzählige Kampfsportarten & Kampfkünste. Hier verschiedene Systeme, darunter auch einige der wichtigsten und bekanntesten, in der Übersicht:

 

Stil

Land/Region Begründer und große Namen

Beschreibung

Aikido Japan Morihei Ueshiba

Der Weg von Körper und Geist als Einheit. Aikido ist eine flexible Kampfkunst und technisch sehr anspruchsvoll. Der Bewegungsablauf ist gekennzeichnet durch kreisrunde Bewegungen mit denen jeglichen Angriffen - teilweise - ausgewichen wird und der unter Potenzierung der Fliehkräfte und Hebelwirkungen mit einem Wurf, Verhebelung oder Ähnlichem endet. Würfe und Hebeltechniken werden meist unter dem Nutzen der gegnerischen Kraft ausgeführt. Eine sehr traditionelle und effektive Kampfkunst die im Großen und Ganzen die Weiterentwicklung des jahrhundertealten Daito-Ryu Aiki-Ju-Jutsu der Samurai darstellt. Eine Besonderheit ist auch, dass die traditionellen Waffen (Messer, Schwert und Stock) integraler Bestandteil des Trainings sind. Auch ist es dem Aikidoka möglich gezielt Nervenpunkte (vitale Punkte - Kyusho) in der Technikausführung anzuwenden um noch schneller Kontrolle über den Angreifer zu erlangen. Zur Zeit der Samurai war dies ein komplexes System in dem alles benutzt wurde was funktionierte. Man hat sich nie nur auf Eines verlassen. Darunter Bujutsu (Kampf und Verteidigung mit Waffen), Taijutsu (Kampf und Verteidigung mit bloßen Händen) und Kyusho (Kampf und Verteidigung durch vitale Punkte am menschlichen Körper, bis hin zu tödlichen Nervenpunkten). Nach wie vor kann man in dementsprechenden Aikido Dojos alle diese Elemente erlernen (mit Ausnahme der tödlichen natürlich, denn das liegt uns fern und ist von unserer Seite her nicht gewollt!). Aikido soll Leben bewahren.

Capoeira Brasilien, Afrika Mestre Bimba

Capoeira ist ein brasilianischer Kampftanz dessen Ursprung auf den afrikanischen NiGolo („Zebratanz“) zurückgeführt wird. Capoeira wurde während der Kolonialzeit in Brasilien von aus Afrika eingeschifften Sklaven praktiziert und weiterentwickelt. Die afrikanischen Elemente verschmolzen im Laufe der Jahre zusätzlich mit Einflüssen anderer Kampfkünste wie z. B. Ringen, Jiu-Jitsu und Wushu. Inhaltlich ist Capoeira von drei Ebenen geprägt: dem Kampf, der Musik und der „Roda“ (port. „Kreis“) als gesellschaftlichem Rahmen, in dem der Kampf stattfindet. Die Kampftechniken selbst zeichnen sich durch extreme Flexibilität aus; es gibt viele Drehtritte, eingesprungene Tritte und Akrobatik. Traditionell wird zu den Kämpfen Musik gespielt.

EP (Elite Program) Deutschland Paul Soos

Um schneller als bei traditionellen Kampfkünsten ans Ziel zu kommen, sprich Soldaten in kürzester Zeit in einem effektiven System zur realen Verteidigung ausbilden zu können wurde dieses System entwickelt. Hierbei wird auf Techniken verzichtet die real nicht funktionieren würden und gleichzeitig auf sämtliche Traditionen. Dazu wurden kurze, effektive Techniken zu einer kompromisslosen Selbstverteidigungsform in diesem Elite Program (Military Elite Forces Close Combat Program) zusammengestellt. Das Ziel der heutigen Nahkampfausbildung für Soldaten lautet lt. Aussagen wie folgt: „Der Soldat ist in kürzester Zeit so auszubilden, dass dieser wiederum in kürzester Zeit einen realen Kampf gegen einen oder mehrere Gegner mit, ohne oder auch gegen Waffe und auch durch alle Distanzen für sich entscheiden kann.“

Eskrima, Arnis, Kali Philippinen Dan Inosanto (Schüler von Bruce Lee), Remy + Ernesto Presas, Tony Somera

Eskrima ist eine philippinische Kampfkunst, die waffenlosen Kampf, Stockkampf und Klingenkampf (Schwert, Doppelschwert, Speer, Schwert und Schild, sowie mit Messern) beinhaltet. Oft wird es nur als Stockkampf bezeichnet was so nicht dem entspricht was es wirklich ist. Weitere Begriffe dafür sind Arnis und Kali. Diese Kunst ist sehr dynamisch und schnell. Eskrima ist eine der seltenen Kampfkünste, deren Ausgangspunkt der Einsatz von Waffen ist. Die Waffe kann als Verlängerung des Körpers betrachtet werden und wird mit zunehmendem Können nicht mehr als Fremdkörper empfunden. Es gibt allerdings nach umfangreichen Recherchen keinen einzigen wirklichen Hinweis, dass je ein Filipino einen Stock auf einem Schlachtfeld eingesetzt hat. Stöcke dienten, wie auch in Europa, quasi als Safetywaffen um mit mehr Druck und gefahrloser trainieren zu können. Heute geht es im Eskrima-Training u.a. darum verschiedene Aspekte des Waffenkampfes zu behandeln; Entwaffnungstechniken, sowie andere Möglichkeiten der Verteidigung gegen Angriffe mit und ohne Waffen gehören ebenso zum Repertoire.

Hapkido Korea Choi Yong-Sul, Ji Han Jae, Suh-Bok Sub

Hapkido ist die koreanische Übersetzung für Aikido, daher könnte man es auch als das koreanische Aikido bezeichnen. Der Begründer des Hapkido, Choi Yong-Sul war, wie auch Meister Morihei Ueshiba (der Begründer des Aikido), ein Schüler von Sokaku Takeda, dem Meister des Daito-ryu Aiki Ju-Jutsu. Einige Stile des Hapkido haben Techniken aus dem Taekwondo (Tritte, Schläge), und Waffentechniken in ihre Systeme integriert. Hapkido arbeitet vornehmlich nach dem zirkulären Prinzip. Würfe, Hebel, Tritte, Nervendruckpunkttechniken und defensive Verteidigungstechniken werden aus Ausweichdrehungen im Kreis unter Verstärkung der Fliehkräfte ausgeführt. Hapkido ist wie Aikido ein ganzheitliches und sehr effektives System der Selbsverteidigung.

Iaido Japan Hayashizaki Jinsuke Shigenobu, Nakayama Hakudó

Iaidō ist der japanische „Weg des Schwertziehens“. Die älteste Bezeichnung für Iaidō, Battōjutsu, heißt wörtlich die „Kunst des Schwertziehens“. Das kommt daher, dass das Ziehen und der erste Schnitt eine Bewegung sind. Bei entsprechender Ausführung des Bewegungsablaufes konnte der erste Schnitt bereits tödlich sein. Das konzentriert den Zweikampf auf einen Moment, einen Schnitt. Daraus ist zu verstehen, dass die mentale Stärke des Samurai als kampfentscheidend angesehen wurde. Es ist, gleichermaßen wie Aikido, aus den Künsten der Samurai entstanden. Synonyme zum Iai-do sind „batto“und „iai-nuki“.

Jeet Kune Do China, USA Bruce Lee

Jeet Kune Do (chin. jié quán dào „Weg der abfangenden Faust“) ist ein von Bruce Lee entwickeltes Kampfkunstsystem bzw. Selbstverteidigungskonzept. Ursprünglich wurde dieses System Jun Fan Gung Fu bzw. Jun Fan Kung-Fu genannt, wobei „Jun Fan“ von Lees chinesischem Namen herrührt. Es ist ein Konzept, das in einem Kampf auf größtmögliche Effektivität ausgerichtet ist. Die von Bruce Lee erforschten und gesammelten Kampfkunsttechniken selbst werden nach ihm Jun Fan Kung Fu (Jun Fan = eigentlicher Vorname Bruce Lees) benannt. Dazu unterschied Bruce Lee das Kämpfen in 3 Distanzen, nämlich Lang-, Mittel- und Nahdistanz. Er kombinierte Elemente aus diversen klassischen Stilen wie dem Wing Chun mit Techniken aus verschiedenen anderen östlichen und westlichen Kampfkünsten, darunter auch das westliche Boxen, Fechten und Judo bzw. Jiu Jitsu. Die so beim Jeet Kune Do entstehende Dynamik ist einzigartig.

Jiu Jitsu / jap. Ju Jutsu Japan Yoshitoki Shirobei Akiyama, Erich Rahn, Otto Schmelzeisen, Alfred Rhode, Jigoro Kano, Dr. Erwin Bälz

Das Jiu Jitsu oder auch Yawara war die waffenlose Kampfform der Samurai. Es wurde ausgeübt um bei Verlust der Hauptwaffen (Schwert, Speer, Schwertlanze) weiterkämpfen und sich verteidigen zu können. Gekämpft wurde und wird daher in sämtlichen Distanzen. Dazu zählen Schläge, Tritte, Hebel und Würfe sowie Transportgriffe und Haltetechniken am Boden. Diese Kampfkunst war zunächst geheim, nur dem Adel vorbehalten und wurde innerhalb eines Clans nur an die Höchsten der Samurai weitergegeben – im Laufe der Zeit wurde sie aber auch von nichtadligen Japanern ausgeübt. Ziel des Jiu Jitsu ist es, einen Angreifer – ganz gleich, ob dieser bewaffnet oder unbewaffnet ist – möglichst schnell und wirksam unschädlich zu machen. Dies kann geschehen, indem er unter Kontrolle gebracht wird oder final durch den Tod des Angreifers.

Judo Japan Jigoro Kano, Dr. Erwin Bälz

Ein extrem wurflastiger Stil des Jiu Jitsu, entwickelt von Jigoró Kanó als Nahkampfsystem für die Polizei von Tokyo und als sport- und wettkampftaugliche Kampfkunst für die moderne japanische Gesellschaft. Diese Form beschränkt sich hauptsächlich auf Wurf-, Würge-, Hebel- und Haltetechniken. In Europa wird vornehmlich Wettkampfjudo betrieben. Im traditionellen Judo gibt es darüber hinaus Schlag-, Stoß-, und Tritttechniken. Außerdem wird viel Wert auf eine gute Ausbildung im Kuatsu (die Kunst der Wiederbelebung) gelegt. Jigoro Kano, der aus einer alten Samuraifamilie stammte, formte – nachdem er mit seinem Lehrer Dr. Erwin Bälz das Jiu Jitsu studierte - aus den ursprünglichen Kriegskünsten der Samurai eine Kampfkunst für sportliche Zwecke und Wettkämpfe aus denen er die tödlichen und gefährlichen Techniken ausklammerte.

Ju Jutsu Deutschland Franz-Josef Gresch, Werner Heim, Otto Brief, Richard Unterberger, Klaus Münstermann, u.a.

Das deutsche Ju-Jutsu ist ein modernes, offenes Selbstverteidigungssystem für die Praxis des täglichen Lebens sowie klassische Kampfkunst in einem. Ju-Jutsu als (übersetzt) "sanfte Kunst" basiert hauptsächlich auf Selbstverteidigungstechniken. Jede Verteidigungstechnik ist gegen mehrere Angriffsarten anwendbar. 1967 wurden hochgraduierte Dan-Träger vom Deutschen Dan-Kollegium damit beauftragt, Techniken aus Jiu-Jitsu, Judo, Karate, Aikido und anderen Kampfkünsten zu einem neuen Selbstverteidigungssystem zusammenzustellen. Auftraggeber war das Bundesinnenministerium, das für Polizei, Zoll, Justiz und Streitkräfte ein effektives, stiloffenes und -übergreifendes System für die waffenlose Selbstverteidigung suchte. Als Nebeneffekt erlangte so auch die in Vergessenheit geratene alte Jiu Jitsu Schule wieder größere Beachtung.

Kalarippayat Indien

Kalarippayat (Malayalam "Kampfplatzübung") ist eine alte indische Kampfkunst, die ursprünglich in Kerala entstand und die noch heute in Südindien verbreitet ist. Während der britischen Kolonialzeit war die Ausübung verboten. Das Kalarippayat ist eine waffenlose Kriegskunst, die aber nicht verbietet, Waffen einzusetzen. Für diese wurden allerdings keine eigenen Formen erstellt, da sie nur als Verlängerung des Körpers verstanden werden. Eng verbunden sind viele Techniken mit einer anderen indischen Kriegskunst, dem Vajramushti, das auch die chinesische Shaolin-Kampfkunst beeinflusst hat. Man vermutet, dass das Kalarippayat eine rein indische Kriegskunst ohne äußere Einflüsse ist. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf einem hohen Grad an Beweglichkeit, es werden viele hohe Tritte ausgeführt und sogar Sprungtritte.

Karate Okinawa, Japan Anko Asato, Gichin Funakoshi, Kanryo Higashionna, Chojun Miyagi (Gründer des Gojú-Ryú), Kenwa Mabuni (Gründer des Shitóryú)

Karate zeichnet sich durch waffenlose Techniken aus, vor allem Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfeger. Es bedeutet übersetzt soviel wie „leere Hand“ oder auch „ohne Waffen in den Händen“. Hebel und Würfe werden in einigen traditionellen, alten Stilen ebenfalls gelehrt. In fortgeschrittenem Stadium werden auch Würgegriffe und Nervenpunkttechniken und die Abwehr oder Anwendung von Techniken unter Zuhilfenahme von Kobudówaffen (wie z.B. Sai, Nunchaku, Tonfa, Bó, Kama, Hanbó, etc.) geübt. Das moderne Karate-Training ist häufig eher sportlich orientiert. Das heißt, dass dem Wettkampf und somit sportlichen Reglements eine zu große Bedeutung zukommt. Dadurch leidet oft die Vermittlung effektiver Selbstverteidigungstechniken, die durchaus zum Karate gehören. Karate ist heute eine der am weitesten verbreiteten und bekannten Kampfsportarten weltweit.

Kendo Japan Naganuma Shirozaemon, Nakanishi Chuta

Kendō (jap. ken = Schwert und do = Weg oder Weise) ist eine abgewandelte, moderne Art des ursprünglichen japanischen Schwertkampfes (Kenjutsu = Schwertkunst), wie ihn die Samurai erlernten und lebten. Kendō, als Weg, verfolgt nicht nur die Techniken und Taktiken des Schwertkampfes, sondern auch die geistige Ausbildung des Menschen. Die Übenden sollen durch Kendō vor allem Charakterfestigkeit, Entschlossenheit und moralische Stärke erlangen. Durch das Arbeiten mit einer Rüstung (bestehend aus Brustpanzer, Kopfschutz, Hand- und Unterarmschutz, einem Rumpf- und einem Lendenschutz) und dem Austausch des Bokuto gegen das Shinai (Übungsschwert aus vier Bambuslamellen) wurde das Kendó wettkampftauglich.

Kickboxen USA, westliche Welt 

Kickboxen ist eine Kampfsportart, bei dem das Schlagen mit Füßen und Händen (wie z.B. bei den Kampfsportarten Karate und Taekwondo) mit konventionellem Boxen verbunden wird. Ellbogen- und Kniestöße sind in einigen Staaten (z.B. USA, Australien) verboten, allerdings handelt es sich um die Kampfsportart Muay Thai (Thaiboxen) wenn man noch Knie -und Ellenbogentechniken einsetzt. Das Muay Thai dürfte für das Kickboxen der Ursprung sein der später durch westliche Einflüsse mit der Technik des Boxens kombiniert wurde. Heute ist das Kickboxen in zahlreichen Organisationen und Verbänden weltweit organisiert und ist wie das klassische Boxen konditionell sehr anspruchsvoll.

Kobudo Okinawa, Japan Yara Chatan, Tsuken Hantaka, Matayoshi Shinkó, Taira Shinken

Kobudō [jap. in etwa "alte Kriegskunst") bezeichnet die Kampfkunst mit den auf Okinawa entwickelten Waffentechniken. Häufig wurden diese Bauernwaffen aus Handwerkszeugen oder alltäglichen Gegenständen entwickelt wie dem Sai (eine Art Dreizack), dem Nunchaku (kurzer Dreschflegel), dem Bō (ein 182 cm langer Stab), den Kama (landwirtschaftlich genutzten Sicheln) oder der Tonfa (Schlagstock mit Quergriff). Speziell in Deutschland hat sich der Hanbo (91cm langer Stab, halber Bo) als weitere Hauptwaffe etabliert, da das Nunchaku inzwischen verboten ist. Mit Sai und Nunchaku wehrten sich z.B. die Bauern gegen vagabundierende Samurai (Ronin), ebenso gegen die Willkür der japanischen Eroberer, die speziell den Begriff Satsumas trugen und häufig Bauernhöfe plünderten. Das Kobudo wird oft in Verbindung mit anderen Kampfkünsten wie Karate oder Jiu Jitsu trainiert.

Krabi Krabong Thailand Vichit Cheechern, Choochai Prakanchai

Was sich für viele etwas komisch anhört ist die Bezeichnung für eine thailändische Kampftechnik mit Waffen, deren Ursprung vermutlich mehrere Jahrtausende zurückreicht. Aus ihr entwickelte sich das unbewaffnete Muay Thai. Krabi Krabong beinhaltet sowohl waffenlose Techniken als auch Techniken mit Krabi (Degen), Daab (Schwert), Ngao (Lanze mit langer Klinge) und Plong (Stock). Dazu kommen Langschilde (Maisun, Dung und Kaen) und der Rundschild Lo. Zweihändige Techniken sind Daab Song Meu mit einem Schwert in jeder Hand, und Mae Sun Sok, der Kampf mit zwei Unterarmhölzern ähnlich dem japanischen Tonfa. Heutzutage wird Krabi Krabong als Kampfsportart betrieben. Trainiert wird mit Übungswaffen aus Rattan oder Holz.

Krav Maga Israel Imi Lichtenfeld

Krav Maga (hebr. "Kontaktkampf") ist ein Überbegriff für verschiedene zivile Selbstverteidigungssysteme sowie für die Nahkampfsysteme der israelischen Sicherheitskräfte. Innerhalb der israelischen Sicherheitskräfte wird der Begriff Krav Maga im Sinne von Nahkampf verwendet. Er umfasst die in den jeweiligen Einheiten durchaus unterschiedlichen Varianten des militärischen oder polizeilichen Nahkampfes. Als Begründer gilt Imi Lichtenfeld der in den 1930er Jahren erstmals seine Kampfmethode lehrte und später Nahkampfausbilder der israelischen Armee wurde. Krav Maga zeichnet sich durch einfache Techniken aus. Natürliche und instinktive Reaktionen werden im System berücksichtigt und sinnvoll eingebunden. Dadurch ist Krav Maga relativ schnell zu erlernen. Krav Maga ist seinem Selbstverständnis nach kein Sport, sondern ein reines Selbstverteidigungssystem. Es gibt keine Wettkämpfe. Besonders das richtige Reagieren unter Stress wird trainiert. Dabei wird der richtigen Taktik in Gefahrensituationen viel Raum eingeräumt.

Kung Fu /

Gongfu

China Bodhidharma, Shaolin Mönche

Der Begriff Kung Fu (chin. Gōngfu „Etwas durch harte/geduldige Arbeit Erreichtes“) wird im Westen als Bezeichnung für verschiedene der chinesischen Kampfkünste verwendet, im engeren Sinne ist aber damit speziell die Kampfkunst der Shaolin-Mönche gemeint. Der eigentliche Sammelbegriff für alle chinesischen Kampfkünste ist Wushu. Der indische Mönch Bodhidharma (auch Ta-Mo genannt) ist der Begründer dieser chinesischen Kunst. Bodhidharma war der 28. Nachfolger Buddhas und der Sohn von König Suganchas aus Kanshipuarm.

Muay Thai Thailand Kru Poon Prakanchai, Choochai Prakanchai

Muay Thai ist eine der ältesten Kampfsportarten der Welt und wird auch oft nur Thaiboxen genannt. Man könnte es auch als Urform des heutigen, modernen Kickboxens bezeichnen. Obwohl es hier gravierende Unterschiede gibt. Auffällige Merkmale sind das Einsetzen der Ellenbogen zum schlagen, Knietechniken und das Clinchen (die Gegner halten sich im Stehen, versuchen dabei sich aus dem Gleichgewicht zu bringen und treten mit den Knien gegen den Oberkörper oder die Oberschenkel des Gegners). Die für Muay Thai bekannteste Technik ist der Kick mit dem blanken Schienbein, der meist auf den Oberschenkel oder Rippenbereich abzielt.

Ninjutsu Japan Minamoto no Yoshitsune, Momochi Sandaju, Fuma Kotaro, Hattori Hanzó, Ishikawa Goemon, Sarutobi Sasuke, Dr. Masaaki Hatsumi

Ninja – „die Krieger der Nacht“. Sie waren gut ausgebildete Spezialisten in Sachen Tarnen und Täuschen. Hatten fundierte Kenntnisse über die menschliche Anatomie und somit auch der Nervenpunkte am Körper des Gegners mit Hilfe dessen man durch einen kurzen, gezielten Schlag oder Druck große Schmerzen auslösen oder den Gegner teilweise lähmen kann. Und ihn somit außer Gefecht setzen konnte. Es gibt wenige Aufzeichnungen und Fakt ist, dass die Ninja nie ihre Geheimnisse Preis gaben. Sie waren eine eingeschworene Gemeinschaft die, wie die Samurai, dem Ehrenkodex des Bushido folgten. Sie beherrschten neben der Waffenlosen Kampfform (Taijutsu) auch den Umgang mit den verschiedensten Waffen wie z.B. Katana, Shuriken, Kama, Kusarigama, Wurfmesser, Pfeil und Bogen, Lanze, etc.

Taekwondo Südkorea Choi Hong-Hi, Kwon Jae Hwa, Nam-Tae-hi

Diese sehr schnelle, dynamische Kampfsportart wird oft als das koreanische Karate bezeichnet. Die Übersetzung hierfür wäre: Fuß (Tae), Faust (Kwon) und Weg (Do, gemeint ist hierbei die geistige Entwicklung der Ausübenden auf ihrem Weg). Entwickelt wurde es sowohl aus Einflüssen alter koreanischer sowie japanischer und chinesischer Kampfkünste. Der Hauptunterschied zum japanischen Karate besteht allerdings darin, dass die Technik des Taekwondo überwiegend auf Schnelligkeit und die bereits angesprochene Dynamik ausgelegt ist, zudem dominieren hier die Fußtechniken wesentlich mehr als in ähnlichen Kampfsportarten. Heute ist Taekwondo eine weltweit sehr beliebte Kampfsportart auf hohem, technischem und konditionellem Niveau.

Varma Kalai Indien Bodhidharma

Das uralte Varma Kalai gilt vielfach als die Mutter aller Kampfkünste. Heute gilt als weitgehend gesichert dass die eigentlichen Ursprünge der Kampfkünste in Indien liegen. Der Legende nach entwickelte der indische Mönch Bodhidharma die Grundlagen des Shaolin Quanfa, das seitdem von den Mönchen des Tempels weiterentwickelt und trainiert wird. Er entstammte wohl einer Familie, die zu der indischen Kriegerkaste gehörte, in denen es durchaus üblich war eine Art Faustkampf, dem Kalaripayit, sowie den Waffenkampf, den Ayudha, zu erlernen. Varma Kalai ist der erste in einer Schule in Indien gelehrte Kampfstil, der das Schlagen und Boxen hervorhebt. Ebenso deutlich zu erkennen waren verblüffende Ähnlichkeiten zum heutigen Kung Fu (Tierformen).

Wing Chun / Ving Tsun China Ng Mui, Yim Wing Chun, Yip Man

Wing Chun (chin. „schöner Frühling“) ist ein (süd-) chinesischer Kung Fu Stil der nach Erzählungen von einer Frau entwickelt wurde um ein Kampfsystem für körperlich Unterlegene zu entwickeln, das mit der kraftvollen Kampfkunst der Shaolin Mönche konkurrieren konnte. Im Wing Chun wurden alle Techniken auf ihre Wirkung hin maximiert. Die Bewegungen sind meist kurz und gerade. Dabei wird auf starre Muskelkraft verzichtet, indem die Elastizität des eigenen Bewegungsapparates ausgenutzt wird. Dies geschieht durch eine Kombination aus Gewichtsverlagerung (Schritttechniken) und spontaner schneller Streckbewegung (Peitschenkraft) mit einem relativ kleinen Anteil eigener Muskelkraft.